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Katzenernährung: Der ultimative Leitfaden für gesunde und glückliche Katzen

Katzenernährung: Der ultimative Leitfaden für gesunde und glückliche Katzen

Veröffentlicht am · von Best-Cat Content-Team

Eine artgerechte Katzenernährung orientiert sich an der natürlichen Beute: viel tierisches Eiweiß, ausreichend Fett, kaum Kohlenhydrate und eine bedarfsgerechte Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und frischem Wasser. Von der ersten Futterschale im Kitten-Alter bis zur Ernährung von Senioren oder kranken Katzen – dieser Leitfaden gibt Katzenhaltern praxisnahe Orientierung und klärt über Trends wie BARF und vegane Fütterung auf.

Inhaltsverzeichnis

So ernährst du deine Katze richtig: Die wichtigsten Grundregeln

Fleischanteil prüfen: Hochwertiges Katzenfutter hat frisches Fleisch oder Fisch als Hauptzutat. Lange Zutatenlisten mit pflanzlichen Füllstoffen sind ein Warnsignal.

Tierisches Eiweiß sicherstellen: Katzen sind strikte Fleischfresser und brauchen hochwertige Proteine sowie essenzielle Aminosäuren wie Taurin und Arginin für Muskeln, Organe und Stoffwechsel.

Kohlenhydrate minimieren: Getreide, Zucker oder Kartoffeln sollten im Futter nur minimal vorkommen oder ganz fehlen. Katzen können Kohlenhydrate nur schlecht verwerten.

Flüssigkeitszufuhr unterstützen: Frisches Wasser muss immer verfügbar sein. Nassfutter hilft zusätzlich, den Flüssigkeitsbedarf zu decken und beugt Nierenproblemen vor.

Futtermenge individuell anpassen: Körpergewicht, Aktivität, Alter und Gesundheitszustand bestimmen die richtige Tagesration. Regelmäßiges Wiegen schützt vor Übergewicht.

Futterwechsel langsam durchführen: Neue Futtersorten immer schrittweise über mehrere Tage bis Wochen einführen, um Magen und Verdauungstrakt nicht zu überfordern.

Tierärztlichen Rat nutzen: Bei Niereninsuffizienz, Schilddrüsenüberfunktion, CNI, Pankreatitis oder anderen Erkrankungen muss die Ernährung tierärztlich abgestimmt werden.

Grundlagen: Was Katzen wirklich brauchen

Natürliche Bedürfnisse verstehen

In der freien Wildbahn besteht die Nahrung von Katzen hauptsächlich aus kleinen Tieren wie Mäusen, Vögeln und gelegentlich Insekten. Diese Beute liefert viel Protein, moderat Fett und kaum Kohlenhydrate. Dieses natürliche Beuteschema ist der Maßstab für jede Form der Fütterung – ob Nassfutter, Trockenfutter oder BARF. Die Hauskatze unterscheidet sich ernährungsphysiologisch nicht von ihren wilden Verwandten und ist auf eine fleischbasierte Ernährung angewiesen.

Nährstoffe, die wirklich wichtig sind

Hochwertiges Eiweiß: Proteine aus Fleisch und Fisch sind für Katzen unverzichtbar. Sie enthalten essenzielle Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Besonders kritisch ist Taurin, das fast ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt und für Herz, Augen und Fortpflanzung wichtig ist.

Fettsäuren: Fette liefern Energie und enthalten fettlösliche Vitamine. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aus Fisch und Fleisch unterstützen Haut, Fell und Immunsystem.

Vitamine und Mineralstoffe: Vitamin A, D und B-Vitamine sowie Kalzium, Phosphor und Spurenelemente müssen im richtigen Verhältnis vorhanden sein. Ein falsches Kalzium-Phosphor-Verhältnis kann zu Knochenproblemen führen, zu viele Kohlenhydrate fördern Übergewicht und Diabetes.

Wasser: Katzen haben von Natur aus einen geringen Durst. Ihre Vorfahren aus Wüstenregionen deckten den Flüssigkeitsbedarf hauptsächlich über die Beute. Deshalb ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei der Hauskatze besonders wichtig.

Nassfutter, Trockenfutter oder BARF?

Nassfutter enthält etwa 70-80% Wasser und kommt der natürlichen Nahrung am nächsten. Es unterstützt die Harnwege, beugt Harnsteinen vor und ist ideal für wählerische Esser. Die verschiedenen Konsistenzen – von Paté bis zu Stückchen in Sauce – bieten Abwechslung.

Trockenfutter ist praktisch, länger haltbar und kann bei mäkeligen Katzen als Topping dienen. Allerdings muss die Katze ausreichend trinken, sonst drohen Nieren- und Harnwegsprobleme. Der hohe Kohlenhydratanteil vieler Trockenfutter ist für Katzen suboptimal.

BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung) orientiert sich stark an der natürlichen Beute. Rohes Fleisch, Organe und Knochen bzw. Kalziumquellen bilden die Basis. BARF erfordert jedoch strenge Hygiene, genaue Planung und oft professionelle Ernährungsberatung. Fehlerhafte Pläne führen zu Mangelerscheinungen oder Verdauungsproblemen.

Die beste Wahl: Viele Tierärzte empfehlen eine Kombination aus hochwertigem Nassfutter als Hauptnahrung und gelegentlich Trockenfutter für Beschäftigung und Zahnpflege.

Lebensphasen: Von Kitten bis Senior

Kitten und junge Katzen (0-12 Monate)

Kitten wachsen rasant und benötigen energiereiches Futter mit hohem Protein- und Fettgehalt. Spezielle Kitten-Rezepturen unterstützen die Entwicklung von Knochen, Muskeln, Immunsystem und Gehirn. Wichtig sind mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt – idealerweise vier bis sechs Portionen täglich.

Die Umstellung von Aufzuchtmilch auf feste Nahrung sollte sanft erfolgen. Ab der vierten Woche kann hochwertiges Nassfutter zugefüttert werden. Eine verlässliche Routine gibt Sicherheit. Kitten sollten niemals Kuhmilch bekommen, da diese zu Durchfall und Bauchschmerzen führt.

Ausgewachsene Katzen (1-7 Jahre)

Erwachsene Katzen brauchen eine ausgewogene Ernährung, die den Energiebedarf deckt, aber kein Übergewicht fördert. Wohnungskatzen ohne Freigang neigen besonders bei zu viel Trockenfutter und wenig Bewegung zur Gewichtszunahme. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag sind optimal.

Tipp für Wohnungskatzen: Futterautomaten, Fummelbretter oder versteckte Futterstationen fördern das natürliche Jagdverhalten und sorgen für Beschäftigung. Die Katze muss sich ihr Futter „erarbeiten“, was geistig und körperlich fordert.

Senioren (ab 7-8 Jahre)

Ältere Katzen haben einen veränderten Stoffwechsel und oft einen reduzierten Energiebedarf. Gleichzeitig brauchen sie hochwertige, leicht verdauliche Proteine, um Muskelmasse zu erhalten. Viele Senioren entwickeln Zahnprobleme – hier hilft weiches Nassfutter oder aufgeweichtes Trockenfutter.

Wichtig ist die regelmäßige tierärztliche Kontrolle, um altersbedingte Erkrankungen früh zu erkennen. Bei Niereninsuffizienz, CNI oder Schilddrüsenüberfunktion sind spezielle Diätfuttermittel notwendig.

Katzen mit Erkrankungen

Niereninsuffizienz und CNI: Reduzierter Phosphorgehalt und hochwertiges, aber mengenmäßig angepasstes Protein schonen die Nieren. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist kritisch.

Schilddrüsenüberfunktion: Spezialfutter mit kontrolliertem Jodgehalt kann unterstützend wirken.

Pankreatitis: Fettarmes, leicht verdauliches Futter entlastet die Bauchspeicheldrüse.

Harnsteine: Je nach Steinart (Struvit oder Oxalat) sind unterschiedliche Diäten notwendig, die den pH-Wert des Urins beeinflussen.

Diabetes: Kohlenhydratarme, proteinreiche Fütterung stabilisiert den Blutzucker.

Allergien: Ausschlussdiäten mit exotischen Proteinquellen (Pferd, Känguru) oder hydrolysierten Proteinen helfen, Allergene zu identifizieren.

Praxis: Der Fütterungsalltag

Futtermenge, Routine und Gewichtskontrolle

Die ideale Futtermenge richtet sich nach Herstellerangaben, muss aber individuell angepasst werden. Eine 4 kg schwere Katze braucht etwa 200-250 Gramm Nassfutter pro Tag – bei Trockenfutter deutlich weniger (40-60 Gramm), da es konzentrierter ist.

Körperzustandsbeurteilung: Taste die Rippen deiner Katze. Sie sollten fühlbar, aber nicht sichtbar sein. Eine Taille sollte von oben erkennbar sein. Bei Unsicherheit hilft die Tierarztpraxis.

Routine schaffen: Katzen sind Gewohnheitstiere. Feste Fütterungszeiten geben Struktur. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag entsprechen besser dem natürlichen Rhythmus als eine große Portion.

Mäkelige Esser und sensible Mägen

Viele Katzen sind wählerisch, reagieren aber empfindlich auf zu schnelle Futterwechsel mit Durchfall oder Erbrechen. Neue Sorten langsam unter das gewohnte Futter mischen – über mindestens 7-10 Tage das Verhältnis schrittweise ändern.

Tipps für mäkelige Katzen:

  • Verschiedene Texturen testen (Paté, Stückchen, Mousse)
  • Futter leicht anwärmen (Zimmertemperatur oder körperwarm)
  • Napfplatz ruhig, sauber und getrennt von Katzentoilette wählen
  • Flache, breite Näpfe verwenden (Whisker-Stress vermeiden)
  • Frische garantieren – angebrochenes Nassfutter maximal 24h im Kühlschrank lagern

Bei Futterverweigerung: Frisst die Katze länger als 24 Stunden nichts, droht eine Leberverfettung. Sofort zum Tierarzt!

Mehrkatzenhaushalt: Harmonie beim Fressen

In Haushalten mit mehreren Katzen können Futterneid und Stress entstehen. Dominante Katzen klauen schwächeren das Futter, schüchterne Tiere fressen zu wenig.

Lösungsansätze:

  • Mehrere Futterstellen in verschiedenen Räumen einrichten
  • Räumliche und zeitliche Trennung der Fütterung
  • Erhöhte Futterplätze für ängstliche Katzen
  • Futterautomaten mit Chiperkennung (jede Katze bekommt ihr spezielles Futter)
  • Bei großen Gewichtsunterschieden: kalorienreiches Futter für untergewichtige Katzen getrennt anbieten

Leckerlis und Snacks dosiert einsetzen

Leckerlis sollten nicht mehr als 10% der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen. Viele kommerzielle Snacks enthalten viel Zucker und Getreide. Besser sind:

  • Gefriergetrocknetes reines Fleisch
  • Dental-Snacks für die Zahngesundheit
  • Katzenminze oder Katzengras zur Beschäftigung
  • Kleine Stücke gekochtes Hühnchen als Belohnung

Vegane und vegetarische Katzenernährung: Kritisch hinterfragt

Vegane oder vegetarische Fütterung ist für Katzen ernährungsphysiologisch höchst problematisch. Anders als Hunde sind Katzen obligate Carnivoren – sie können ohne tierische Nährstoffe nicht überleben. Essenzielle Aminosäuren wie Taurin, Arginin und Vitamin A kommen praktisch nur in tierischen Quellen vor.

Theoretisch können Spezialfuttermittel synthetisch supplementiert werden, um den Nährstoffbedarf zu decken. In der Praxis zeigen Studien jedoch häufig Mangelerscheinungen bei vegan ernährten Katzen. Wer dies trotzdem erwägt, braucht zwingend ernährungsmedizinische Beratung und regelmäßige Blutkontrollen.

Ethischer Konflikt: Tierliebe sollte nicht zur Gesundheitsgefährdung der eigenen Katze führen. Wer aus ethischen Gründen keine tierischen Produkte unterstützen möchte, sollte die Haltung fleischfressender Tiere kritisch überdenken.

BARF: Naturnahe Fütterung mit Herausforderungen

Rohfleischfütterung orientiert sich an der natürlichen Beute und kann bei korrekter Durchführung sehr artgerecht sein. Doch BARF ist anspruchsvoll:

Voraussetzungen für erfolgreiches BARF:

  • Durchdachte Rezeptur mit Muskelfleisch, Organen (Leber, Herz, Nieren) und Knochen bzw. Kalziumquellen
  • Supplementierung von Vitaminen (E, D, B-Komplex) und Spurenelementen (Jod, Zink, Kupfer)
  • Strenge Hygiene bei Einkauf, Lagerung und Verarbeitung (Salmonellen, Toxoplasmose)
  • Langsame Umstellung, besonders bei Katzen, die bisher nur Fertigfutter kannten
  • Regelmäßige Kontrolle durch Ernährungsberatung oder spezialisierten Tierarzt

Häufige Fehler:

  • Nur Muskelfleisch ohne Organe und Kalzium → Knochenschäden
  • Falsche Supplementierung → Mangelerscheinungen
  • Zu große Fleischstücke oder zu viel Knochen → Verdauungsprobleme, Verstopfung
  • Mangelnde Hygiene → Infektionsrisiko

Alternative: Wer die Vorteile von Rohfütterung ohne den Aufwand möchte, kann auf kommerzielles Frostfutter zurückgreifen, das bereits ausgewogen zusammengesetzt ist.

Beliebte Mythen aufgeklärt

„Kuhmilch ist gut für Katzen“
Viele erwachsene Katzen sind laktoseintolerant. Kuhmilch führt zu Durchfall und Bauchschmerzen. Spezielle laktosefreie Katzenmilch ist als gelegentlicher Snack akzeptabel, aber kein Ersatz für Wasser.

„Trockenfutter reinigt die Zähne“
Ein hartnäckiger Mythos. Die meisten Katzen zerbeißen Trockenfutter nicht, sondern schlucken es. Zahnstein entsteht trotzdem. Für echte Zahngesundheit sind regelmäßige Kontrollen, spezielle Dental-Snacks und ggf. professionelle Zahnreinigung nötig.

„Katzen brauchen Getreide“
Nein. Katzen haben keinen ernährungsphysiologischen Bedarf an Kohlenhydraten. Getreide dient als billiger Füllstoff und kann bei empfindlichen Tieren sogar Allergien oder Verdauungsprobleme auslösen.

„Thunfisch ist perfekt für Katzen“
Thunfisch für Menschen enthält zu viel Salz und Schwermetalle (Quecksilber). Als gelegentlicher Snack akzeptabel, als Hauptnahrung ungeeignet. Besser ist spezielles Katzenfutter mit Thunfisch.

„Meine Katze weiß selbst, was gut für sie ist“
Nicht immer. Katzen können auf minderwertiges Futter fixiert sein oder wichtige Nährstoffe verweigern. Halter tragen die Verantwortung für eine ausgewogene Ernährung.

„Hundefutter tut Katzen auch nicht weh“
Falsch! Hundefutter enthält zu wenig Protein, kein oder zu wenig Taurin und andere für Katzen essenzielle Nährstoffe. Langfristig drohen schwere Mangelerscheinungen.

Fazit: Artgerecht füttern für ein langes, gesundes Katzenleben

Eine artgerechte Katzenernährung basiert auf hochwertigem tierischen Eiweiß, moderatem Fettgehalt, minimalen Kohlenhydraten und der richtigen Balance aus Vitaminen und Mineralstoffen. Ob Nassfutter, eine Kombination verschiedener Futterarten oder BARF – entscheidend ist die Qualität und die Anpassung an individuelle Bedürfnisse.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

  • Qualität vor Quantität: Investiere in hochwertiges Futter mit transparenten Zutaten
  • Beobachte deine Katze: Fell, Gewicht, Kotqualität und Verhalten zeigen, ob die Ernährung passt
  • Bleib flexibel: Bedürfnisse ändern sich mit Alter, Gesundheitszustand und Lebensumständen
  • Hole dir Unterstützung: Bei Unsicherheiten oder Erkrankungen ist tierärztlicher Rat unverzichtbar

Mit fundiertem Wissen, Aufmerksamkeit für die individuellen Bedürfnisse und der Bereitschaft, gegebenenfalls anzupassen, legst du den Grundstein für ein langes und gesundes Leben deiner Samtpfote. Die richtige Ernährung ist keine einmalige Entscheidung, sondern ein fortlaufender Prozess, der sich lohnt – für die Gesundheit, Vitalität und Lebensqualität deiner Katze.

Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Literatur

Dieser Leitfaden basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Empfehlungen führender Institutionen im Bereich Tierernährung und Tierschutz:

Institutionelle Richtlinien

FEDIAF (European Pet Food Industry Federation)
Die FEDIAF-Richtlinien „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“ sind das Referenzdokument für Katzenernährung in Europa. Sie definieren 41 essenzielle Nährstoffe für Katzen und werden regelmäßig auf Basis neuester wissenschaftlicher Studien aktualisiert. Die Empfehlungen basieren auf einer 4 kg schweren Wohnungskatze und berücksichtigen unterschiedliche Lebensphasen.
Quelle: FEDIAF Nutritional Guidelines, letzte Aktualisierung September 2024

Deutscher Tierschutzbund e.V.
Europas größte Tier- und Naturschutzorganisation empfiehlt eine ausgewogene Katzenernährung mit Fleisch und Gemüse. Der Tierschutzbund betont die Bedeutung mehrerer kleiner Mahlzeiten pro Tag (mindestens 5 Portionen) und warnt vor den Risiken unausgewogener Ernährung.
Position zur veganen/vegetarischen Ernährung: „Eine vegetarische Ernährung der Katze ist grundsätzlich möglich, stellt allerdings sehr hohe Anforderungen an den Halter und sollte nur in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen.“ (Positionspapier 2019)

Wissenschaftliche Studien zu Taurin

Pion et al. (1987): „Myocardial failure in cats associated with low plasma taurine“
Grundlegende Studie der University of California, Davis, die den direkten Zusammenhang zwischen Taurinmangel und dilatativer Kardiomyopathie (DCM) bei Katzen nachwies.
Veröffentlicht in: Science, 237(4816), 764-768

Journal of Small Animal Practice (1982)
Frühe Forschung zum Taurinbedarf: Erwachsene Katzen benötigen mindestens 10 mg Taurin pro kg Körpergewicht täglich, spätere Studien gehen von bis zu 50 mg/kg aus.

Empfohlene Taurin-Supplementierung:

  • Trockenfutter: 1.000 mg/kg Trockensubstanz
  • Nassfutter: 2.000-2.500 mg/kg Trockensubstanz
    (Die höhere Dosierung bei Nassfutter erklärt sich durch schlechtere Bioverfügbarkeit nach dem Erhitzungsprozess)

Studien zu alternativer Ernährung

Universität Leipzig (2021): Vegane Alleinfuttermittel für Katzen
Untersuchung verschiedener veganer Katzenfutter auf dem deutschen Markt. Ergebnis: Keines der untersuchten Produkte erfüllte uneingeschränkt die Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung.

Engelhart, R. (1999): Vegetarische Ernährung von Katzen
Tiermedizinische Doktorarbeit, die zu dem Schluss kam, dass vegetarische Ernährung theoretisch bedarfsdeckend sein könnte, in der Praxis jedoch keine der acht untersuchten Katzen tatsächlich ausreichend versorgt wurde.

University of Winchester (2023): PLOS ONE Studie
Kontroverse Langzeitstudie über 1.369 Katzen, die bessere Gesundheitswerte bei vegan ernährten Katzen feststellte. Kritiker weisen auf methodische Schwächen hin (Selbstauskunft der Halter, keine klinischen Kontrollen).

Weitere Fachliteratur

NRC (National Research Council): Nutrient Requirements of Dogs and Cats (2006)
Umfassendes Standardwerk zur Tierernährung mit detaillierten Nährstoffempfehlungen.

Veterinärmedizinische Universität Wien: Dissertationen zur Rohfütterung
Wissenschaftliche Arbeiten zu BARF, Taurinverlusten durch Verarbeitung und Hygieneproblemen (Salmonellenbelastung).

Praxisorientierte Ressourcen

Animonda Magazin: Fachartikel zur praktischen Umsetzung bedarfsgerechter Katzenernährung
Fressnapf Magazin: Ratgeber zu Taurin, Fütterungsempfehlungen und Produktauswahl
Zooplus Magazin: Detaillierte Informationen zu Nährstoffen und Mangelerscheinungen

Wichtige Online-Ressourcen für Katzenhalter

Hinweis: Dieser Leitfaden ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Erkrankungen, Fütterungsproblemen oder speziellen Ernährungsfragen sollte immer ein Tierarzt oder eine auf Tierernährung spezialisierte Fachkraft konsultiert werden