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Maine Coon Katze

Maine Coon – Die majestätische Waldkatze aus Nordamerika

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung & Ausblick

Die Maine Coon gilt als eine der faszinierendsten und beliebtesten Katzenrassen weltweit. Mit ihrem imposanten Erscheinungsbild, dem sanften Wesen und ihrer bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit erobert diese amerikanische Halblanghaarkatze die Herzen von Katzenliebhabern auf der ganzen Welt. Ursprünglich aus dem US-Bundesstaat Maine stammend, hat sich die Maine Coon von einer robusten Bauernhofkatze zu einer der gefragtesten Rassekatzen entwickelt.

Was erwartet Sie in diesem umfassenden Ratgeber?

Dieser Artikel bietet Ihnen fundierte Informationen zu allen relevanten Aspekten der Maine Coon – von ihrer Geschichte über charakteristische Merkmale bis hin zu praktischen Tipps für Haltung, Ernährung und Gesundheit. Dabei berücksichtigen wir sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch Erfahrungswerte von Züchtern und langjährigen Haltern.

Rasseportrait & Charakteristik

Geschichte und Ursprung der Maine Coon

Wie ist die Maine Coon entstanden?

Die Maine Coon ist die älteste natürliche Katzenrasse Nordamerikas und stammt aus dem US-Bundesstaat Maine, wo sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts dokumentiert ist. Der genaue Ursprung liegt im Dunkeln, jedoch ranken sich verschiedene Legenden um ihre Entstehung – von Kreuzungen zwischen Hauskatzen und Waschbären (biologisch unmöglich) bis hin zu Katzen, die von Wikingerschiffen stammen sollen.

Die wahrscheinlichste Theorie besagt, dass sich langhaarige Katzen, die mit europäischen Siedlern nach Nordamerika kamen, mit lokalen Kurzhaarkatzen paarten. Durch die harten klimatischen Bedingungen in Maine entwickelten sich über Generationen hinweg robuste Tiere mit dichtem, wasserabweisendem Fell und großem, kräftigem Körperbau.

Anerkennung als Rassekatze:

  • 1861: Erste dokumentierte Erwähnung einer „Maine Cat“
  • 1895: Erste offizielle Katzenausstellung in Madison Square Garden (New York)
  • 1976: Anerkennung durch die CFA (Cat Fanciers‘ Association)
  • Heute: Weltweit eine der beliebtesten Rassekatzen

Rassestandard und typische Merkmale

Was macht die Maine Coon optisch aus?

Die Maine Coon beeindruckt durch ihre außergewöhnliche Größe und ihr markantes Erscheinungsbild:

Körperbau:

  • Großer, muskulöser, rechteckiger Körper
  • Kräftige Knochenstruktur
  • Breiter Brustkorb
  • Lange, kräftige Beine mit großen, runden Pfoten (oft mit Haarbüscheln zwischen den Zehen)
  • Langer, buschiger Schwanz (sollte mindestens Körperlänge erreichen)

Kopf und Gesicht:

  • Mittelgroßer Kopf mit leicht quadratischer Schnauze
  • Hohe Wangenknochen
  • Markantes Kinn
  • Große, leicht schräg gestellte Augen (alle Farben erlaubt)
  • Große, breite Ohren mit charakteristischen „Luchspinseln“ (Haarbüschel an den Ohrenspitzen)

Fell:

  • Halblanges, seidiges Fell mit wasserabweisender Deckschicht
  • Dichte Unterwolle (besonders im Winter)
  • Halskrause („Mähne“) im Brust- und Halsbereich
  • Unterschiedliche Felllänge: Kürzer an Kopf und Schultern, länger am Bauch
  • Alle Farben und Muster erlaubt (außer Point-Zeichnung)

Gängige Farbvarianten:

  • Tabby-Muster: Classic Tabby, Mackerel Tabby, Ticked Tabby
  • Solid: Schwarz, Weiß, Rot, Blau, Creme
  • Tortie/Schildpatt: Mehrfarbige Muster
  • Silver/Smoke: Mit silberner Unterwolle
  • Mit/ohne Weiß: Bicolor, Tricolor, Van-Zeichnung

Größe und Gewicht: Der „sanfte Riese“

Wie groß wird eine Maine Coon wirklich?

Die Maine Coon zählt zu den größten Hauskatzenrassen weltweit. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Zuchtlinien und individuellen Tieren:

Durchschnittliche Werte:

  • Kater: 5,5–8 kg (Körperlänge: 100–120 cm inkl. Schwanz)
  • Kätzinnen: 4–6 kg (Körperlänge: 90–110 cm inkl. Schwanz)
  • Schulterhöhe: 25–40 cm
  • Schwanzlänge: 30–40 cm

XXL-Maine-Coons: Einige Zuchtlinien (oft als „XXL“ vermarktet) erreichen deutlich höhere Gewichte von 9–12 kg oder mehr. Hier ist Vorsicht geboten, da extremes Übergewicht gesundheitliche Probleme verursachen kann.

Gewichtsentwicklung:

AlterKaterKätzin
3 Monate1,8–2,5 kg1,5–2,0 kg
6 Monate3,5–5,0 kg3,0–4,0 kg
12 Monate5,5–7,5 kg4,5–5,5 kg
24 Monate6,5–8,5 kg4,5–6,0 kg
Ausgewachsen (3–4 Jahre)7,0–9,0 kg5,0–6,5 kg

Wichtig: Maine Coons wachsen langsamer als andere Rassen und sind erst mit 3–4 Jahren vollständig ausgewachsen.

Charakter und Wesen

Wie ist das Temperament einer Maine Coon?

Die Maine Coon wird nicht umsonst als „Hund unter den Katzen“ bezeichnet. Ihr Wesen ist geprägt von:

Sozialverhalten:

  • Außerordentlich menschenbezogen und anhänglich
  • Freundlich gegenüber Artgenossen und anderen Haustieren
  • Gut geeignet für Familien mit Kindern
  • Folgt ihren Bezugspersonen oft durchs Haus („Hundekatze“)
  • Kommunikativ, aber meist mit leisem, melodischem Maunzen

Aktivitätslevel:

  • Verspielt bis ins hohe Alter
  • Jagdtrieb moderat bis stark ausgeprägt
  • Liebt Wasserspiele (ungewöhnlich für Katzen!)
  • Klettert gern, benötigt stabile Kratzbäume
  • Intelligent und lernfähig (kann Tricks lernen)

Temperament:

  • Ausgeglichen und gelassen
  • Geduldig und sanft
  • Nicht aufdringlich, aber präsent
  • Kommt gut mit Veränderungen zurecht
  • Stressresistent

Geschlechtsspezifische Unterschiede:

  • Kater: Oft noch anhänglicher, verspielter, etwas „tollpatschiger“
  • Kätzinnen: Eleganter, eigenständiger, aber ebenso sozial

Haltung & Alltagspraxis

Wohnungshaltung vs. Freigang

Kann man Maine Coons in der Wohnung halten?

Ja, Maine Coons können durchaus als reine Wohnungskatzen gehalten werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:

Voraussetzungen für Wohnungshaltung:

  • Ausreichend Platz: Mindestens 60–80 m² für eine Katze, besser mehr
  • Vertikale Strukturen: Hohe, stabile Kratzbäume (mindestens 180 cm)
  • Artgenosse: Maine Coons sind sehr sozial und sollten nicht allein gehalten werden
  • Beschäftigung: Tägliche Spielzeiten, Intelligenzspielzeug, Fummelbretter
  • Katzenmöbel: Große Liegeflächen, Höhlen, Rückzugsorte

Freigang: Maine Coons mit Freigang können ihre natürlichen Instinkte besser ausleben. Wichtig:

  • Gesicherter Garten: Katzennetz (mindestens 2 m hoch, nach innen gebogen)
  • Kastration: Unkastrierte Tiere haben großen Streifradius
  • Kennzeichnung: Mikrochip + GPS-Tracker empfehlenswert
  • Verkehrslage: Stark befahrene Straßen sind Ausschlusskriterium

Kompromiss – Gesicherter Balkon/Garten: Viele Halter entscheiden sich für einen katzengerecht gesicherten Balkon oder einen eingezäunten Garten („Catio“), der sichere Freiluftaufenthalte ermöglicht.

Die richtige Ausstattung

Was braucht eine Maine Coon an Grundausstattung?

Aufgrund ihrer Größe benötigen Maine Coons XXL-Ausstattung:

Katzentoilette:

  • Größe: Mindestens 60 × 40 cm (besser 70 × 50 cm)
  • Typ: Offene Schalentoiletten werden oft bevorzugt
  • Anzahl: Mindestens eine pro Katze + eine zusätzliche
  • Einstreu: Klumpstreu, mindestens 7–10 cm Füllhöhe

Kratzbaum:

  • Höhe: Mindestens 180 cm, besser 200+ cm
  • Stabilität: Extrem wichtig! Standfuß mind. 60 × 60 cm
  • Liegeflächen: XXL-Größe (50 × 40 cm oder größer)
  • Material: Sisal für Kratzstämme (Durchmesser mind. 12 cm)
  • Empfohlene Marken: RHRQuality, Petrebels Maine Coon Serie, Happypet

Transportbox:

  • Mindestens 60 × 40 × 40 cm
  • Stabile Konstruktion (Hartplastik)
  • Öffnung von oben und vorne

Näpfe:

  • Keramik oder Edelstahl (spülmaschinenfest)
  • Breite, flache Näpfe (whisker-freundlich)
  • Separate Wasser- und Futterstellen

Katzenklappe:

  • Für Freigänger: XXL-Modelle (mind. 20 cm Durchgang)
  • Mit Mikrochip-Steuerung empfehlenswert

Zusammenführung und Sozialisierung

Wie vergesellschaftet man Maine Coons mit anderen Tieren?

Maine Coons sind aufgrund ihres freundlichen Wesens meist problemlos mit anderen Tieren zu vergesellschaften:

Mit anderen Katzen:

  1. Getrennte Räume: Initial-Quarantäne (mind. 2 Wochen)
  2. Geruchsaustausch: Decken/Spielzeug zwischen Räumen tauschen
  3. Sichtkontakt: Durch Türspalt oder Gitter
  4. Erste Begegnung: Unter Aufsicht, mit Leckerlis
  5. Geduldige Eingewöhnung: 2–6 Wochen einplanen

Mit Hunden: Maine Coons kommen oft sehr gut mit Hunden aus, besonders wenn:

  • Der Hund katzenfreundlich ist
  • Langsame Gewöhnung erfolgt
  • Rückzugsmöglichkeiten für die Katze bestehen
  • Beide Tiere positiv verstärkt werden

Mit Kindern: Maine Coons sind ideale Familienkatzen:

  • Geduldig und sanft
  • Tolerant gegenüber „Streichelattacken“
  • Ziehen sich bei Überforderung zurück (statt zu kratzen)
  • Wichtig: Kindern respektvollen Umgang beibringen

Beschäftigung und Spiel

Wie beschäftigt man eine Maine Coon artgerecht?

Maine Coons sind verspielt und intelligent – Langeweile kann zu Verhaltensproblemen führen:

Tägliche Spieleinheiten:

  • Dauer: 2–3 × 15–20 Minuten aktives Spiel
  • Jagdspiele: Katzenangel, Fellmäuse, Bällchen
  • Apportieren: Viele Maine Coons apportieren gern!
  • Versteckspiele: Leckerlis oder Spielzeug verstecken

Intelligenzspielzeug:

  • Fummelbretter
  • Clickertraining
  • Snackbälle
  • Tunnel und Raschelsäcke

Wasserspiele:

  • Viele Maine Coons lieben Wasser
  • Trinkbrunnen (Förderung der Wasseraufnahme)
  • Planschbecken im Sommer
  • Wasserspiele mit Spielzeug

Klettermöglichkeiten:

  • Katzenregale an der Wand
  • Kletterwände
  • Zugang zu Schränken (wenn gewünscht)

Ernährung & Gesundheit

Ernährungsgrundlagen

Was frisst eine Maine Coon und wie viel?

Als große, aktive Katze hat die Maine Coon einen höheren Energiebedarf als durchschnittliche Hauskatzen:

Futtermenge:

  • Erwachsene Katze: ca. 300–400 kcal/Tag (abhängig von Gewicht und Aktivität)
  • Kitten (Wachstumsphase): ca. 250–300 kcal/kg Körpergewicht
  • Senior: Bedarf sinkt um ca. 20–30%

Fütterungsempfehlung:

  • Hochwertiges Protein: Mindestens 35–40% (tierischen Ursprungs)
  • Moderater Fettgehalt: 15–20%
  • Niedriger Kohlenhydratanteil: Unter 10%
  • Taurin: Essentiell (mind. 1000 mg/kg Futter)

Nassfutter vs. Trockenfutter:

Nassfutter (empfohlen):

  • ✅ Hoher Feuchtigkeitsgehalt (70–80%)
  • ✅ Artgerechter
  • ✅ Unterstützt Nierenfunktion
  • ❌ Teurer
  • ❌ Kürzere Haltbarkeit

Trockenfutter:

  • ✅ Praktisch
  • ✅ Günstiger
  • ✅ Zahnpflege (umstritten)
  • ❌ Zu wenig Feuchtigkeit
  • ❌ Oft zu viele Kohlenhydrate
  • ❌ Kann zu Übergewicht führen

Fütterungsplan:

  • Kitten (bis 12 Monate): 4–5 Mahlzeiten täglich, ad libitum
  • Jungtiere (1–3 Jahre): 3 Mahlzeiten
  • Erwachsene: 2 Mahlzeiten (morgens/abends)
  • Senior: 2–3 kleinere Mahlzeiten

Spezielle Ernährungsbedürfnisse:

  • Gelenkgesundheit: Glucosamin, Chondroitin (ab 5 Jahre)
  • Herzgesundheit: Taurin, L-Carnitin, Omega-3
  • Fellqualität: Biotin, Zink, Omega-3/6
  • Verdauung: Ballaststoffe, Präbiotika

BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter): Manche Halter füttern roh – Beratung durch Tierarzt/Ernährungsberater notwendig:

  • Ausgewogene Zusammensetzung wichtig
  • Supplementierung von Taurin, Kalzium, Vitaminen
  • Hygiene beachten (Salmonellen, Parasiten)

Empfohlene Futtermarken:

  • Premium-Nassfutter: Animonda Carny, Catz Finefood, Granatapet, MAC’s
  • Trockenfutter (wenn nötig): Royal Canin Maine Coon, Josera, Select Gold
  • BARF-Ergänzungen: Felini Complete, Easy Barf

Typische Gesundheitsprobleme und Vorsorge

Welche rassetypischen Krankheiten treten bei Maine Coons auf?

Maine Coons gelten als robuste Rasse, haben jedoch genetische Prädispositionen:

1. Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

  • Was ist das? Herzmuskelerkrankung mit Verdickung der Herzwände
  • Häufigkeit: Bis zu 30% der Rasse betroffen
  • Symptome: Atemnot, Lethargie, plötzlicher Tod
  • Diagnostik: Herzultraschall (ab 1 Jahr jährlich empfohlen)
  • Genetischer Test: HCM-Gen-Test beim Züchter erfragen
  • Behandlung: Medikamentös (Betablocker, ACE-Hemmer), keine Heilung

2. Spinale Muskelatrophie (SMA)

  • Was ist das? Erbkrankheit mit Muskelschwund
  • Häufigkeit: Selten (ca. 5%)
  • Symptome: Muskelschwäche, Gangstörungen (ab 3–4 Monate)
  • Genetischer Test: Verfügbar, Züchter sollten testen
  • Prognose: Fortschreitend, aber nicht schmerzhaft; normale Lebenserwartung möglich

3. Hüftdysplasie (HD)

  • Was ist das? Fehlbildung des Hüftgelenks
  • Häufigkeit: Gelegentlich bei großen Katzen
  • Symptome: Lahmheit, Bewegungsunlust, Schmerzen
  • Diagnostik: Röntgen
  • Behandlung: Schmerzmedikation, Gewichtsmanagement, ggf. OP

4. Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

  • Was ist das? Zystenbildung in den Nieren
  • Häufigkeit: Kommt vor, aber seltener als bei Persern
  • Symptome: Niereninsuffizienz im Alter
  • Diagnostik: Ultraschall, Gentest
  • Behandlung: Symptomatisch, Spezialfutter

5. Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

  • Häufigkeit: Relativ häufig
  • Ursachen: Zahnstein, Immunreaktion
  • Symptome: Rotes, geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch
  • Behandlung: Professionelle Zahnreinigung, ggf. Zahnextraktion
  • Vorsorge: Regelmäßiges Zähneputzen, Zahnpflege-Leckerlis

Vorsorgeuntersuchungen:

  • Jährlich: Allgemeine Gesundheitscheck, Impfungen
  • Jährlich (ab 1 Jahr): Herzultraschall (HCM-Screening)
  • Alle 2 Jahre (ab 7 Jahre): Blutbild (Nieren-, Leberwerte, Schilddrüse)
  • Bei Zuchtkatzen: HCM, SMA, PKD Gentests

Fellpflege

Wie pflegt man das Fell einer Maine Coon?

Trotz des langen Fells ist die Maine Coon relativ pflegeleicht – das Fell neigt weniger zu Verfilzungen als bei Persern:

Regelmäßiges Bürsten:

  • Häufigkeit: 2–3 × pro Woche (im Fellwechsel täglich)
  • Werkzeuge:
    • Grobzinkiger Kamm (für Unterwolle)
    • Soft-Bürste oder Zupfbürste
    • Furminator (sparsam, nur im Fellwechsel)
  • Technik: In Wuchsrichtung bürsten, besonders Bauch, Achseln, Hinterbeine

Fellwechsel:

  • Frühjahr/Herbst: Intensiver Fellwechsel (4–6 Wochen)
  • Unterstützung: Malzpaste (Hairball-Prophylaxe), erhöhte Bürstfrequenz

Baden:

  • Normalerweise nicht notwendig
  • Bei starker Verschmutzung: Katzenshampoo, lauwarmes Wasser
  • Nur alle 3–6 Monate (wenn überhaupt)

Krallenpflege:

  • Kontrolle alle 2–3 Wochen
  • Kürzen mit Krallenschere (nur die Spitzen)
  • Kratzmöglichkeiten anbieten

Ohrenpflege:

  • Wöchentliche Kontrolle
  • Reinigung mit feuchtem Tuch (nur äußerlich)
  • Bei Verschmutzung/Entzündung: Tierarzt

Zahnpflege:

  • Idealerweise tägliches Zähneputzen (Katzenzahnbürste + Paste)
  • Alternativ: Zahnpflege-Leckerlis, Dental-Spielzeug

Lebenserwartung

Wie alt wird eine Maine Coon?

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12–15 Jahren, bei guter Gesundheit und Pflege auch 16–18 Jahre oder älter.

Faktoren für ein langes Leben:

  • Hochwertige Ernährung
  • Regelmäßige tierärztliche Vorsorge
  • Gesundes Gewicht
  • Artgerechte Haltung (Beschäftigung, soziale Kontakte)
  • Seriöse Zucht (Gentests, keine Inzucht)
  • Wohnungshaltung (geringeres Unfallrisiko)

Anschaffung & Zucht

Wo und wie findet man eine Maine Coon?

Welche seriösen Bezugsquellen gibt es?

1. Züchter (empfohlen):

Seriöse Züchter erkennen:

  • ✅ Mitglied in anerkanntem Zuchtverband (z. B. 1. DEKZV, TICA, FIFé)
  • ✅ Elterntiere sind HCM-, SMA-, PKD-getestet
  • ✅ Kitten werden mit Stammbaum, Impfpass, Gesundheitszeugnis abgegeben
  • ✅ Abgabe nicht vor 12–14 Wochen
  • ✅ Besichtigung vor Ort möglich, mehrere Besuche erwünscht
  • ✅ Züchter stellt viele Fragen (Haltungsbedingungen, Erfahrung)
  • ✅ Kitten wachsen im Familienanschluss auf
  • ✅ Kaufvertrag und Gesundheitsgarantie
  • ✅ Nachbetreuung und Beratung

Kosten beim Züchter:

  • Kitten mit Stammbaum: 1.000–1.800 €
  • Show-Qualität/Zuchtkatze: 2.000–3.000+ €
  • Ältere Tiere (Zuchtabgabe): 300–600 €

Unseriöse Anzeichen (Vermeider-Kriterien):

  • ❌ Keine Besichtigung möglich
  • ❌ Abgabe vor 12 Wochen
  • ❌ Kein Stammbaum/Papiere
  • ❌ Sehr niedriger Preis (unter 700 €)
  • ❌ Mehrere Würfe gleichzeitig
  • ❌ „XXL“-Versprechen ohne Gesundheitsbedenken
  • ❌ Verkauf über Kleinanzeigen ohne Transparenz

Zuchtstätten-Suche:

  1. Deutscher Edelkatzen-Züchter-Verband (DEKZV): https://www.dekzv.de
  • Maine Coon Hilfe e.V. (Züchterliste): https://www.mainecoonhilfe.de
  • The International Cat Association (TICA): https://www.tica.org

2. Tierheim/Tierschutz:

Vorteile:

  • Katzen in Not helfen
  • Oft bereits erwachsene, ruhigere Tiere
  • Günstiger (Schutzgebühr 150–350 €)
  • Charakter oft schon bekannt

Nachteile:

  • Gesundheitszustand manchmal unklar
  • Vorgeschichte teilweise unbekannt
  • Oft Mix-Tiere (nicht reinrassig)

Anlaufstellen:

  • Maine Coon Hilfe e.V.
  • Maine Coon in Not
  • Örtliche Tierheime
  • Katzenhilfe-Organisationen

3. Private Abgabe:

  • Manchmal aus familiären/gesundheitlichen Gründen
  • Genau prüfen: Warum wird abgegeben?
  • Gesundheitszustand tierärztlich abklären lassen
  • Verträge abschließen

Kaufvertrag – Was sollte drinstehen?

  • Persönliche Daten beider Parteien
  • Identifikation der Katze (Chip-Nummer, Farbe, Geschlecht)
  • Gesundheitszustand bei Übergabe
  • Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten
  • Rückgaberecht bei schweren Erkrankungen
  • Kastrationspflicht (bei Kitten ohne Zuchtzulassung)
  • Verbot von Weitergabe ans Tierheim

Kosten: Anschaffung und Unterhalt

Was kostet eine Maine Coon wirklich?

Anschaffungskosten:

PositionKosten
Kitten vom Züchter1.000–1.800 €
Erstausstattung (Kratzbaum, Toilette, Näpfe, Transportbox, etc.)300–600 €
Tierarzt (Erstuntersuchung, Chippen, Impfungen)150–250 €
Gesamt initial1.450–2.650 €

Laufende Kosten (monatlich):

PositionKosten/Monat
Futter (hochwertig)60–100 €
Katzenstreu15–30 €
Tierarzt/Vorsorge (anteilig)30–50 €
Versicherung (optional)20–40 €
Spielzeug, Leckerlis, Pflegeprodukte10–20 €
Gesamt135–240 €

Jährliche Kosten: ca. 1.600–2.900 €

Zusätzliche/außerordentliche Kosten:

  • Kastration: 80–150 € (Kätzin), 50–80 € (Kater)
  • Notfall-Tierarzt: 200–2.000+ €
  • Zahnreinigung: 150–400 €
  • Operationen: 500–5.000 €
  • Catsitter/Pension (Urlaub): 10–25 €/Tag

Spartipps:

  • Futter in Großpackungen kaufen
  • Krankenvollversicherung (kann sich lohnen)
  • DIY-Kratzbäume und Spielzeug
  • Second-Hand-Ausstattung (Transportboxen, Näpfe)

Die kontroverse Debatte: Alte vs. Neue Linie

Was ist der Unterschied zwischen „alter“ und „neuer“ Zuchtlinie?

In der Maine-Coon-Zucht gibt es zwei philosophische Richtungen:

Alte Linie (Original/Foundation-Typ):

  • Zuchtziel: Natürlichkeit, robuste Gesundheit
  • Merkmale: Moderatere Größe (6–8 kg), dezentere Gesichtszüge, kürzere Ohren
  • Vorteile: Weniger gesundheitliche Probleme, ursprünglicher Charakter
  • Vertreter: Züchter, die Wert auf „working cat“-Eigenschaften legen

Neue Linie (Show-Typ):

  • Zuchtziel: Extreme Optik für Ausstellungen
  • Merkmale: Sehr groß (9–12+ kg), extrem lange Ohren mit Pinseln, markantes „wildes“ Gesicht
  • Nachteile: Häufiger HCM, Gelenkprobleme durch Übergewicht, kürzere Lebenserwartung
  • Vertreter: Züchter mit Fokus auf Show-Erfolge

Qualzucht-Debatte: Die Zucht auf extreme Größe („XXL“) ist umstritten:

  • Erhöhtes Risiko für Herz- und Gelenkerkrankungen
  • Verkürztes Leben
  • Tierschutzorganisationen warnen vor „Gigantismus“

Empfehlung: Achten Sie auf gesundheitliche Aspekte statt auf Extreme. Seriöse Züchter legen Wert auf ausgeglichene Tiere mit nachgewiesener Gesundheit.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Maine Coons für Allergiker geeignet? Nein, Maine Coons sind nicht hypoallergen. Sie produzieren das Allergen Fel d 1 wie alle Katzen. Manche Allergiker berichten von besserer Verträglichkeit bei bestimmten Individuen – dies ist jedoch nicht garantiert und sollte vor der Anschaffung getestet werden.

Kann man Maine Coons alleine halten? Nicht empfohlen. Maine Coons sind sehr sozial und leiden unter Einsamkeit. Ideale Haltung: mindestens zu zweit, besonders bei reiner Wohnungshaltung.

Wie viel Platz braucht eine Maine Coon? Mindestens 60–80 m² Wohnfläche bei reiner Wohnungshaltung. Wichtiger als Quadratmeter sind vertikale Strukturen (Kratzbäume, Regale) und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Vertragen sich Maine Coons mit Hunden? Ja, sehr gut! Maine Coons gelten als hundefreundlich und können problemlos mit katzenfreundlichen Hunden zusammenleben.

Wann ist eine Maine Coon ausgewachsen? Maine Coons wachsen langsam und sind erst mit 3–4 Jahren vollständig ausgewachsen (körperlich und charakterlich).

Haaren Maine Coons stark? Ja, besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst. Regelmäßiges Bürsten reduziert herumfliegende Haare.

Können Maine Coons Tricks lernen? Ja! Maine Coons sind intelligent und lernfreudig. Viele können apportieren, Pfote geben oder auf Kommando kommen. Clickertraining funktioniert sehr gut.

Was bedeuten die Ohrbüschel (Luchspinsel)? Die charakteristischen Haarbüschel an den Ohrenspitzen sind ein Rassemerkmal und haben vermutlich ursprünglich dem Wärmeschutz gedient.

Sind Maine Coons wasserscheu? Im Gegenteil! Viele Maine Coons lieben Wasser und spielen gern damit – eine Besonderheit unter Katzen.

Was ist Polydaktylie bei Maine Coons? Polydaktylie bedeutet zusätzliche Zehen (normalerweise 18, polydaktyle Katzen haben bis zu 28). Dies war historisch häufig bei Maine Coons und ist genetisch dominant. Heute wird es in den meisten Zuchtverbänden nicht mehr zugelassen, manche Züchter erhalten es jedoch bewusst („Poly-Coons“).

Zusammenfassung und Fazit

Die Maine Coon ist eine außergewöhnliche Katzenrasse, die durch ihre beeindruckende Größe, ihr sanftes Wesen und ihre Anpassungsfähigkeit besticht. Ihre Eignung als Familienkatze, die Verträglichkeit mit anderen Haustieren und ihre spielerische Intelligenz machen sie zu einem idealen Begleiter für viele Haushalte.

Wichtigste Erkenntnisse:

Charakter: Sanft, sozial, verspielt, menschenbezogen – ideal für Familien 

Größe: Mit 7–9 kg (Kater) eine der größten Hauskatzenrassen 

Haltung: Benötigt Gesellschaft, Platz und Beschäftigung; Wohnungs- und Freiganghaltung möglich 

Gesundheit: Robust, aber genetische Tests (HCM, SMA) beim Züchter wichtig 

Pflege: Pflegeleicht trotz Langhaar; 2–3× wöchentlich bürsten ausreichend 

Kosten: Initial 1.500–2.700 €, laufend 1.600–2.900 €/Jahr 

Anschaffung: Nur von seriösen Züchtern oder aus Tierschutz; Vorsicht vor „XXL“-Marketing

Für wen ist die Maine Coon geeignet?

Eine Maine Coon passt zu Ihnen, wenn Sie:

  • Ausreichend Zeit für Beschäftigung und Zuwendung haben
  • Bereit sind, in hochwertige Ernährung und Gesundheitsvorsorge zu investieren
  • Katzenhaare in der Wohnung tolerieren können
  • Ein soziales, kommunikatives Haustier wünschen
  • Idealerweise schon Katzenerfahrung haben

Ungeeignet ist die Rasse für:

  • Menschen, die viel unterwegs sind (Einzelhaltung problematisch)
  • Kleine Wohnungen ohne vertikale Strukturen
  • Personen mit Katzenallergie
  • Menschen, die eine „pflegeleichte Wohnungsdekoration“ suchen

Mit der richtigen Vorbereitung, verantwortungsvoller Anschaffung und liebevoller Pflege wird eine Maine Coon zu einem treuen, faszinierenden Familienmitglied, das Ihr Leben über viele Jahre bereichert.


Quellen und weiterführende Informationen

Wissenschaftliche/Fachquellen:

Gesundheit:

Tierschutz & Vermittlung:

Fachhandel & Beratung:

Photo by Alessandro Simonetto