Skip to content
Cornish Rex

Cornish Rex: Die Lockenkatze aus Cornwall – Charakter, Haltung und alles, was du wissen solltest

Die Cornish Rex ist keine gewöhnliche Katze – und das ist wörtlich gemeint. Wer einmal eine dieser schlanken, lockenhaarigen Britinnen in die Arme genommen hat, versteht sofort, warum Katzenfreunde weltweit von ihr begeistert sind: Das Fell fühlt sich an wie Seide oder Wildleder, die großen Ohren lauschen wie Satellitenschüsseln, und ihr Charakter erinnert manchmal mehr an einen verspielten Hund als an eine klassische Wohnungskatze. Entstanden in den 1950er Jahren durch eine spontane Genmutation auf einem Bauernhof in Cornwall, England, hat die Cornish Rex seit ihrer offiziellen Anerkennung durch die FIFe im Jahr 1968 eine treue Fangemeinde aufgebaut – und das zu Recht.

In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige zur Cornish Rex: von ihrer Entstehungsgeschichte über Charakter und Haltung bis hin zur offenen Diskussion um Tierschutz und Qualzucht. Außerdem: Worauf du bei einem seriösen Kauf achten solltest und was die Rasse von der ähnlich aussehenden Devon Rex unterscheidet.Herkunft und Geschichte: Wie aus einem Zufallsfund eine Katzenrasse wurde

Alles begann im Jahr 1950 auf einem Bauernhof im englischen Cornwall. Inmitten eines ganz gewöhnlichen Katzenwurfs lag ein Kitten, das sofort auffiel: ein kleiner Kater mit ungewöhnlich gewelltem, fast gelocktem Fell. Die Besitzerin Nina Ennismore erkannte das Besondere und gab dem Tier den Namen Kallibunker – er sollte zum Stammvater der gesamten Rasse werden.

Auf Anraten des Genetikers A.C. Jude wurde Kallibunker mit seiner eigenen Mutter zurückgekreuzt. Aus dem Wurf gingen drei Kitten hervor, zwei davon ebenfalls gelockt. Die genetische Besonderheit ließ sich also vererben. In den Folgejahren wurden Siamesen und Orientalisch-Kurzhaar-Katzen eingekreuzt, um die Rasse genetisch zu stabilisieren und zu diversifizieren.

Schon in den späten 1950er Jahren kamen erste Cornish Rex in die USA. Dort entwickelte sich parallel zum europäischen Typ ein sogenannter amerikanischer Typ – etwas kleiner, mit ausgeprägterem Keilkopf. 1968 anerkannte die FIFe die Cornish Rex offiziell als eigenständige Rasse. Interessant: Als wenige Jahre später die Devon Rex entstand, dachten viele Züchter, beide Rassen hätten dieselbe genetische Grundlage. Eine Verpaarung brachte jedoch ausschließlich glatthaarige Kitten – ein deutlicher Beweis, dass unterschiedliche Genmutationen vorliegen.

Während die Devon Rex auf einer Mutation im KRT71-Gen basiert, liegt bei der Cornish Rex eine Mutation im LPAR6-Gen vor – ein für die Katzengenetik relevanter Unterschied, der die Rassen genetisch klar voneinander trennt.

→ Mehr zu anderen Katzenrassen: Alle Katzenrassen im Überblick auf best-cat-content.com

Inhaltsverzeichnis

Äußeres Erscheinungsbild: Elegant, athletisch und unverkennbar

Was die Cornish Rex auf den ersten Blick von allen anderen Katzen unterscheidet, ist ihr Fell: Es besteht ausschließlich aus Unterwolle, ohne die üblichen Deck- oder Grannenhaare. Das Ergebnis ist ein samtweiches, eng anliegendes Haarkleid in feinen Wellen oder Locken – besonders ausgeprägt am Rücken und an den Seiten. Viele Menschen vergleichen das Gefühl mit Seide, Samt oder sogar Wildleder.

Auch der Körperbau der Cornish Rex ist ungewöhnlich: schlank, muskulös und von einer fast gazellenhaften Eleganz. Lange, feine Beine tragen einen mittellangen Körper mit einem langen, spitz zulaufenden Schwanz. Der Kopf ist keilförmig, wirkt von oben fast eiförmig und ist geprägt von markant großen Ohren mit breitem Ansatz – ein Look, der manchen an Science-Fiction-Wesen erinnert, andere schlicht fasziniert.

Rassestandard-Highlights auf einen Blick:

  • Alle Fellfarben und -muster sind erlaubt (einfarbig, tabby, schildpatt, bi-color u.v.m.)
  • Alle Augenfarben sind möglich, sollten aber leuchtend und zur Fellfarbe passend sein
  • Nackte Stellen im Fell gelten als Fehler
  • Gewellte Schnurrhaare (Vibrissen) sind rassetypisch – aber gleichzeitig tierschutzrelevant

Charakter und Wesen: Ein Energiebündel mit Herz

Was ist der Charakter der Cornish Rex? Die Antwort lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Diese Katze ist alles andere als ein ruhiger Stubentiger. Wer eine Cornish Rex hält, lebt mit einem aktiven, neugierigen und tief menschenbezogenen Tier zusammen, das ständig in Bewegung ist – und dabei gleichzeitig eine fast hündische Anhänglichkeit an den Tag legt.

Typische Charakterzüge der Cornish Rex:

  • Hochgradig verspielt und akrobatisch: Die Cornish Rex kann Kunststücke erlernen, eignet sich für Cat Agility und liebt Interaktionsspielzeug
  • Anhänglich und menschenbezogen: Sie sucht aktiv den Körperkontakt, schmiegt sich an und folgt ihrem Menschen durch die Wohnung
  • Neugierig und furchtlos: Fremde werden meist nach wenigen Minuten offen begrüßt – Schüchternheit ist dieser Rasse fremd
  • Sozial und kommunikativ: Manche Exemplare „unterhalten“ sich richtig mit ihren Halterinnen und Haltern, die Lautstärke variiert stark zwischen den Individuen
  • Durchsetzungsstark: Sie setzt sich durch, wenn ihr etwas wichtig ist – aber nicht aggressiv, sondern charmant hartnäckig
  • Hundeähnliche Eigenschaften: Cornish Rex wedeln vor Freude manchmal mit dem Schwanz und apportieren sogar Gegenstände

Wichtig für zukünftige Halterinnen und Halter: Die Cornish Rex verträgt keine lange Einsamkeit. Sie braucht Gesellschaft – idealerweise eine zweite Katze oder Menschen, die viel Zeit zu Hause verbringen. Wer viel unterwegs ist, sollte das ernsthaft abwägen.

→ Zum Vergleich: Wie verhält sich eine ruhigere Rasse? Britisch Langhaar im Porträt

Haltung: Was diese Katze wirklich braucht

Die Cornish Rex ist eine ideale Wohnungskatze – aber keine Katze, die einfach „irgendwo hingestellt“ werden kann. Ihr feines Fell ohne Deckhaare macht sie empfindlich gegenüber Kälte, Zugluft und Feuchtigkeit. Als Freigänger ist sie deshalb nur bedingt geeignet; ein gesicherter Balkon oder Gartenbereich bei warmem Wetter ist jedoch ein echter Gewinn für das Tier.

Wohnungseinrichtung für die Cornish Rex

  • Mehrstöckiger Kratzbaum mit Rückzugsmöglichkeiten und Aussichtsplattform
  • Intelligenzspielzeug und Jagdspielzeug (z.B. Schnurspiele, Futterball, Puzzle-Feeder)
  • Warme, weiche Schlafplätze – die Cornish Rex friert schnell und sucht aktiv Wärmequellen
  • Tunnel, Verstecke und Klettermöglichkeiten (diese Katze liebt die dritte Dimension)
  • Keine zu kalten Böden im Winter – Teppiche oder Wärmedecken sind sinnvoll

Soziale Bedürfnisse

Cornish Rex-Katzen leiden unter Einsamkeit. Wer berufstätig ist und viele Stunden täglich außer Haus, sollte dringend eine zweite Katze einplanen – idealerweise ebenfalls eine Cornish Rex oder eine ähnlich aktive, soziale Rasse. Die Cornish Rex versteht sich in der Regel auch mit Hunden, sofern die Eingewöhnung behutsam erfolgt.

Pflege: Wenig Aufwand, aber ein paar Besonderheiten

Die Fellpflege der Cornish Rex ist vergleichsweise unkompliziert: Da sie kein Deckhaar hat, verfilzt das Fell nicht, und Haare auf Möbeln oder Kleidung sind kein großes Thema. Gelegentliches, sanftes Bürsten mit einer weichen Bürste oder Abwischen mit einem feuchten Tuch genügt, um Ölrückstände aus dem Fell zu entfernen und es glänzend zu halten.

Was viele überrascht: Die Cornish Rex sollte gelegentlich gebadet werden – alle paar Wochen mit einem milden Katzenshampoo. Das liegt daran, dass das fehlende Deckhaar dazu führt, dass sich natürliche Hautöle stärker ansammeln als bei anderen Rassen.

Weitere Pflegepunkte:

  • Ohren regelmäßig auf Schmutz und Milben kontrollieren – die großen Ohren sammeln mehr Staub
  • Krallen bei Wohnungskatzen regelmäßig trimmen
  • Zahnpflege: Cornish Rex neigen laut einigen Quellen häufiger zu Zahnfleischproblemen – regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sind sinnvoll
  • Im Winter: auf Kälteschutz achten – warme Schlafplätze nahe der Heizung, kein Durchzug

Ernährung: Hochwertig und proteinreich

Cornish Rex sind aktive Katzen mit einem schnellen Stoffwechsel. Da sie durch ihre Körperaktivität viel Energie verbrauchen und gleichzeitig kein wärmendes Deckhaar besitzen, haben sie oft einen leicht erhöhten Kalorienbedarf im Vergleich zu ruhigeren Rassen.

Empfehlungen für die Ernährung:

  • Hochwertige Katzennahrung mit hohem Fleischanteil (als Fleischfresser sind Katzen auf tierisches Protein angewiesen)
  • Feucht- und Trockenfutter können kombiniert werden, wobei Feuchtfutter die Wasseraufnahme fördert
  • Auf Übergewicht achten: Trotz ihrer Aktivität können Cornish Rex bei kalorienreicher Kost zunehmen
  • Keine Ernährungsumstellungen unter Stress – die Cornish Rex reagiert sensibel auf Veränderungen

Gesundheit und Krankheiten: Robuster als sie aussieht

Die Cornish Rex gilt im Vergleich zu vielen anderen Rassekatzen als relativ robust. Die Lebenserwartung liegt im Schnitt zwischen 12 und 16 Jahren; mit sehr guter Haltung und regelmäßiger tierärztlicher Versorgung sind auch 17 oder mehr Jahre keine Seltenheit.

Bekannte Gesundheitsrisiken:

  • Zahnfleisch- und Wurzelentzündungen: Diese treten bei der Cornish Rex häufiger auf als bei anderen Rassen
  • Hautprobleme und kahle Stellen: Können durch die besondere Fellstruktur bedingt sein
  • Kälteempfindlichkeit bis zur Unterkühlung: Bei Freigangskatzen oder kalten Räumen relevant
  • Sonnenbrand: Bei heller Fellfarbe und intensiver Sonneneinstrahlung gefährdet
  • Pflichtimpfungen: Katzenschnupfen, Katzenseuche – wie bei jeder anderen Rasse

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind für diese Rasse besonders empfehlenswert – nicht wegen besonderer Schwäche, sondern weil früh erkannte Probleme bei der Cornish Rex fast immer gut zu behandeln sind.

Qualzucht-Diskussion: Was potenzielle Käufer wissen müssen

Ist die Cornish Rex eine Qualzucht? Diese Frage wird zunehmend diskutiert – und sie verdient eine ehrliche Antwort, auch wenn sie unbequem ist.

Das Hauptproblem liegt nicht beim Fell, sondern bei den Vibrissen (Tasthaaren): Die genetische Mutation, die für das Lockenfell verantwortlich ist, betrifft auch die Schnurrhaare. Bei einem Großteil der Cornish Rex-Katzen sind diese gebogen, verdreht, verkürzt oder sogar fehlend. Tasthaare sind jedoch ein zentrales Sinnesorgan: Sie helfen der Katze bei der räumlichen Orientierung (besonders bei schlechten Lichtverhältnissen), bei der sozialen Kommunikation mit Artgenossen und beim Beutefang.

Die QUEN Qualzucht-Datenbank und mehrere Tierschutzorganisationen stufen die Cornish Rex deshalb als tierschutzrelevant ein. Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft haben in Gutachten Katzen mit deformierten oder fehlenden Vibrissen als Qualzucht klassifiziert.

Was bedeutet das konkret für Deutschland?

  • Es gibt kein generelles Zuchtverbot für Cornish Rex in Deutschland
  • Die Beurteilung, ob ein Einzeltier unter das Qualzuchtverbot (§ 11b Tierschutzgesetz) fällt, obliegt den jeweiligen Bundesländern
  • Tiere, deren Schnurrhaare vollständig fehlen, dürfen laut Rechtslage nicht gezüchtet werden
  • Seriöse Züchter selektieren aktiv gegen stark deformierte Vibrissen

Wer sich eine Cornish Rex anschaffen möchte, sollte diese Diskussion kennen und bewusst entscheiden. Ein verantwortungsvoller Züchter wird das Thema offen ansprechen und zeigen, wie er mit seinen Tieren umgeht.

Cornish Rex vs. Devon Rex: Wo liegen die Unterschiede?

Wer nach einer Rex-Katze sucht, stößt zwangsläufig auf die Devon Rex. Äußerlich wirken beide ähnlich – aber es gibt wichtige Unterschiede:

MerkmalCornish RexDevon Rex
FellgenLPAR6-Mutation (rezessiv)KRT71-Mutation (rezessiv)
FellstrukturFeine, eng anliegende Wellen; nur UnterwolleLockiger, etwas plüschiger; teils Leithaare
KörperbauElegant, gazellenartig, längerMuskulöser, gedrungener
KopfformKeilförmig, oval von obenKürzere Nase, ausgeprägtere Brachyzephalie
CharakterSehr aktiv, verspielt, socialÄhnlich – ebenfalls anhänglich und verspielt
Kreuzung möglich?Nein – ergibt glatthaarige KittenNein – unterschiedliche Gene

Cornish Rex kaufen: Was du unbedingt beachten solltest

Eine reinrassige Cornish Rex mit Papieren kostet in der Regel zwischen 700 und 1.500 Euro, abhängig von Züchter, Abstammungslinie und ob das Tier zur Zucht vorgesehen ist. Diese Spanne ist kein Luxus, sondern Ausdruck des Aufwands, den seriöse Zucht erfordert.

Checkliste für den Kauf

  • Züchter ist Mitglied in einem anerkannten Katzenzuchtverband (FIFe, TICA, CFA, GCCF oder deutsche Verbände wie Felidae e.V. oder Katzenfreunde Deutschland e.V.)
  • Besuch vor Ort: Lebens- und Haltungsbedingungen der Mutterkatze und Kitten sind einsehbar
  • Gesundheitszeugnis und Impfpass liegen vor
  • Züchter thematisiert offen die Qualzucht-Diskussion und selektion gegen stark deformierte Vibrissen
  • Kitten ist mindestens 12–13 Wochen alt beim Abgabe
  • Kitten wurde auf genetische Erkrankungen getestet (soweit verfügbar)

Cornish Rex aus dem Tierheim

Wer keine reinrassige Katze mit Papieren benötigt: Auch im Tierheim finden sich gelegentlich Cornish Rex oder Mischlinge mit Rex-Anteil. Die Suche lohnt sich – und man tut gleichzeitig Gutes. Spezielle Tierschutzorganisationen für Rassekatzen können hier weiterhelfen.

Häufig gestellte Fragen zur Cornish Rex

Ist die Cornish Rex hypoallergen?

Nein – zumindest nicht vollständig. Die Cornish Rex produziert das allergieauslösende Protein Fel d 1 im Speichel wie alle anderen Katzen. Das feine Fell bedeutet zwar weniger lose Haare in der Wohnung, schützt aber nicht vor allergischen Reaktionen. Manche Allergiker reagieren auf die Cornish Rex tatsächlich milder – ein Test-Besuch beim Züchter ist vor dem Kauf dringend empfohlen.

Wie alt wird eine Cornish Rex?

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12 bis 16 Jahren. Mit optimaler Haltung, guter Ernährung und regelmäßigen Tierarztbesuchen sind 17 oder mehr Jahre möglich.

Ist die Cornish Rex für Familien geeignet?

Ja – die Cornish Rex ist eine ausgezeichnete Familienkatze. Sie ist robust genug für das Spiel mit Kindern, zieht sich bei zu viel Trubel selbst zurück und ist gegenüber Fremden in der Regel freundlich und offen. Eine zweite Katze oder regelmäßige Aufmerksamkeit sind wichtig.

Cornish Rex oder Devon Rex – welche Rasse passt besser zu mir?

Beide Rassen ähneln sich im Charakter stark. Wer eine etwas elegantere, schlankere Optik bevorzugt und Wert auf ein noch feineres Fell legt, tendiert zur Cornish Rex. Wer eine leicht gedrungene, robuster wirkende Katze bevorzugt, findet in der Devon Rex eine Alternative. Beide sind gleichermaßen menschenbezogen, anhänglich und aktiv.

→ Vergleich geselliger Katzenrassen: Maine Coon – die sanfte Riese

5 Fun Facts über die Cornish Rex

  • Schwanzwedeln wie ein Hund: Cornish Rex wedeln bei Freude mit dem Schwanz – ein für Katzen höchst ungewöhnliches Verhalten
  • Wärmejägerinnen: Im Winter rollen sich Cornish Rex auf Heizkörpern, Laptops und Handtüchern zusammen – jede Wärmequelle wird genutzt
  • Apportierende Katzen: Viele Cornish Rex können Apportieren lernen – ein Trick, den andere Katzen selten beherrschen
  • „Windhund der Katzen“: Der schlanke, muskulöse Körper mit den langen Beinen hat ihr diesen Spitznamen eingebracht
  • Name geht auf Kaninchen zurück: Der Begriff „Rex“ stammt aus der Kaninchenzucht – dort beschreibt er ebenfalls Tiere mit welligem Fell